Untere Vorstadt

Im Gegensatz zur Voorschd, der oberen, westlichen Vorstadt war die untere Vorstadt nur punktuell mit Häusern besetzt. Dennoch sprach man von der unteren Vorstadt. Die untere Vorstadt war funktional bestimmt: Bis zum Neubau der Tauberbrücke in den 1840ern lag hier der Zimmerplatz. Da, wo heute das Kriegerdenkmal für 1914-1918 und 1870/71 steht. Das Holz zum Bauen wurde zugerichtet. Es gab auch Brennhütten (Darren). Den Mühlgraben nutzten Gebäude der Manger und Färber. Auch das Zehenthäuschen (Zehnt) stand hier. Das untere Wachthaus gehörte auch zur unteren Vorstadt. Auf der anderen Tauberseite standen das Siechen-/Leprosenhaus sowie am Lorenzibergweg eine Ziegelei. Die Leonhardkapelle am östlichen Anfang der Tauberbrücke sowie das Schmucktor gingen beim Hochwasser von 1784 verloren. In Vermögensbeschreibungen werden allerdings mehrfach Gebäude, Scheunen als zur unteren Vorstadt gehörig genannt. In den bekannten gemalten Ansichten Tauberbischofsheims sind diese allerdings nie zu sehen. Zu vermuten ist, dass diese aufgrund des Hochwassers, das wegen der Erhöhung des Geländeniveaus durch Ablagerungen neue Höhen erreichte, beschädigt, abgerissen wurden.